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Bullenmast unter schwierigen Bedingungen, eine Zwischenbilanz

 

Da die Auszahlungspreise bereits seit etwa 10 Wochen annähernd konstant sind hier ein paar Worte zur theoretischen Wirtschaftlichkeit: Im Vorfeld nochmal die Durchschnittswerte aus der Jahresauswertung 2021/2022 :

24 Betriebe betrieben die Bullenmast ab Fresser ( Einstallgewicht über 150 kg ) und 15 Betriebe favorisierten für sich das Einstallen von Kälbern, ( Einstallgewicht unter 100 kg ). Die Wirtschaftlichkeit stellte sich wie folgt dar:

 

Tabelle I DkfL und Zusammensetzung der täglichen Kosten im WJ 2021/22

 

Mast ab Kalb

Mast ab Fresser

DkfL €/Platz

294,-

329,-

DkfL €/Tier

466,-

415,-

MAT €/Tag

0,13

--

KF €/Tag

0,76

0,82

GF, NP €/Tag

1,07

1,00

Futterkosten ges €/Tag

1,96

1,82

sonstiges incl. TA €/Tag

0,19

0,13

Kosten der Verluste

0,09

0,13

Tageskosten €/Tag

2,24

2,08

 

 

Seit 01.07.22 ausgestallte Tiere der Rassen Brv und FlV

(tierbezogene Darstellung, d.h., die 1021 als Fresser eingestallten Braunviehverkäufe haben 491Tage vor Verkaufsdatum mit 201 kg Lebendgewicht 575,-€ brutto gekostet )

 

Tabelle II aktuelle Leistungen, Erlöse und Schlachtgewichte

 

Brv ab Fresser

Brv ab Kalb

FlV ab Fresser

FlV ab Kalb

Ausgestallt (Stk)

1021

327

1205

578

Zukaufgew (kg)

201

74

200

78

Zukaufpreis (€/Tier)

575

230

816

450

Mastdauer (Tage)

491

600

443

538

Nettozuwachs ( gramm)

662

679

721

764

Schlachtgewicht (kg)

426

436

433

441

Erlös (€/Tier)

2315

2454

2488

2485

Erlösdifferenz (€/Tier)

1740

2225

1672

2034

Erlösdifferenz ( €/Tag)

3,55

3,71

3,78

3,78

 

Ich erinnere daran, dass die Erlösdifferenz die Differenz zwischen Verkaufs- und Einstallwert ist, von ihr müssen die Tageskosten beglichen werden.

 

Zur Beurteilung der derzeitigen Wirtschaftlichkeit müssen leider die aktuellen Kosten, sowohl hinsichtlich der Tierbeschaffung, als auch hinsichtlich der Futter- und sonstigen Kosten herangezogen werden: Geht man bezüglich der Betriebsmittel von einer Preissteigerung von 30% gegenüber dem Vorjahr aus, dann liegt man sicher nicht komplett daneben. Eine 30%ige Steigerung bei den Tageskosten, in denen Zukauf- und selbst erzeugte Futtermittel ebenso enthalten sind wie die Kosten für Wasser und Energie, die Tierarztaufwendungen und die geldwerten Einbußen durch die durchschnittlichen Verluste führt zu folgenden Summen im täglichen Aufwand :

 

 

Mast ab Kalb

Mast ab Fresser

Tageskosten alt ( €/Tag )

2,24

2,08

Tageskosten neu ( €/Tag )

2,91

2,70

 

Damit aber nicht genug, schließlich sind die Einstallwerte für den Tierzukauf , seltsamerweise bis auf bei den Braunviehkälbern, ebenfalls einer deutlichen Preissteigerung unterworfen:

Die Informationen für die laufende 42sten Woche sind folgendermaßen:

Braunviehkälber 250,-€, Fleckviehkälber 480,-€ , Braunviehfresser mit 200 kg kosten ca. 780,-€ und Fleckviehfresser mit eben dem Gewicht ca. 1030,-€….alles brutto….die Preise können gut und gerne 20 oder 30,-€ nach oben oder unten abweichen, viele Faktoren fließen da mit hinein, fest steht aber, dass eine große Diskrepanz zu den Einstallpreisen aus Tabelle II auf Seite 1 besteht, und darum geht es!

 

Tabelle III

 

Brv ab Fresser

Brv ab Kalb

FlV ab Fresser

FlV ab Kalb

Ausgestallt (Stk)

1021

327

1205

578

Zukaufgew (kg)

201

74

200

78

Zukaufpreis (€/Tier) neu

780

250

1030

480

Mastdauer (Tage)

491

600

443

538

Nettozuwachs ( gramm)

662

679

721

764

Schlachtgewicht (kg)

426

436

433

441

Erlös (€/Tier)

2315

2454

2488

2485

Erlösdifferenz (€/Tier) neu

1535

2204

1458

2005

Erlösdifferenz ( €/Tag) neu

3,12

3,67

3,29

3,72

 

Die Erlösdifferenz muss hoch genug sein, um aus ihr heraus die täglichen Kosten decken zu können. Das ist sie auch, wenn man nachfolgende Übersicht betrachtet. Kostendeckung ist aber nur die eine Seite der Medallie, die nach ihr verbleibende Direktkostenfreie Leistung, aus der heraus die festen Kosten wie Pachten, Kapitaldienst sowie Lohn- und Gebäudekosten und nach Möglichkeit auch ein Gewinnbeitrag abgedeckt werden müssen, die zweite.

 

Tabelle IV aktuelle Futter-und Einstallerpreise

 

BrV ab Fresser

BrV ab Kalb

FlV ab Fresser

FlV ab Kalb

Erlösdifferenz (€/Tier) aktuell

1535

2204

1458

2005

Erlösdifferenz ( €/Tag) aktuell

3,12

3,67

3,29

3,72

Tageskosten €/Tag aktuell

2,70

2,91

2,70

2,91

Theor. DB / € pro Tag

0,42

0,76

0,59

0,81

Theor. DB / € pro Tier

206

456

261

436

Theor DB / € pro Platz

153

277

215

295

 

In obiger Tabelle IV sind die tatsächlichen rassenspezifischen Tageszunahmen , Schlachtgewichte und Auszahlungspreise seit 01.07.2022 zu Grunde gelegt ( die Preise haben sich seitdem nur unwesentlich geändert). Die errechnete Erlösdifferenz resultiert aus eben diesen Werten, sowie den aktuellen, in Tabelle III aufgeführten Einstallpreisen für Braunvieh- bzw. Fleckviehkälber und -fresser.

Da sowohl die Tageskosten, als auch vor allem die Leistungen in Form des Nettozuwachses einzelbetrieblich erheblich voneinander abweichen können, ergeben sich natürlich auch bei den hier berechneten Deckungsbeiträgen und Erlösdifferenzen starke Schwankungen. Die hier dargestellten theoretischen Ergebnisse beruhen auf Durchschnittswerten von Beratungsringmitgliedern und bilden deswegen auch nur einen Durchschnitt ab. Der Kälberpreis in Miesbach war im Sommer auch schon bei 6,70 €, ist aber aktuell bei 4,45 €, wogegen die Fresserpreise und auch der Preis der Braunviehkälber die letzten 3 Monate annähernd gleichbleibend gewesen sind...beim 100,-€ teureren FlV Kalb aus dem Juli würde sich die Erlösdifferenz pro Tag von 3,72 € auf 3,54 € reduzieren, der DB pro Platz läge dann bei 230,- statt wie in Tabelle IV bei 295,- €...andersrum würden 100gr bessere Tageszunahmen beim selben Tier die Mastdauer um 40 Tage verkürzen, was wiederum eine Kostenreduzierung von 40Tage X 2,91€ Tageskosten = 116,- € bedeuten würde, die direkt auf den Dechungsbeitrag pro Tier anrechenbar wären...der Deckungsbeitrag pro Stallplatz wäre wieder um 85,- € gestiegen...es hilft nix, irgendwo muss man einen Schnitt machen. Die Aussage soll eigentlich die sein, dass die Chance durch Bullenmast zum Millionär zu werden vergleichsweise gering ist, dass aber durch gute Leistung und dadurch kürzere Mastdauer durchaus Geld zu verdienen ist, auch unter schwierigen Bedingungen, wie sie derzeit vorherrschen. Das abgelaufene Wirtschaftsjahr wird ein Ausnahmejahr gewesen sein, sehr gute Verkaufserlöse und, mindestens in der ersten Hälfte des Betrachtungszeitraumes, noch moderate Produktionsmittelpreise hatten die meistens überdurchschnittlichen Deckungsbeiträgen ermöglicht. Nichtsdestotrotz, man muss niemandem dankbar sein für die gestiegenen Auszahlungspreise….ohne sie wäre eine Fortführung des Produktionsverfahrens Bullenmast bei den derzeitigen Betriebsmittelpreisen kaum mehr möglich. Bleibt zu hoffen, dass trotz Inflation und Zukunftssorgen Rindfleisch nachgefragt wird und die Tierhaltung in Deutschland nicht aus ideologischen Gründen zugunsten ausländischer, meist außereuropäischer Fleischerzeuger dermaßen behindert wird, dass weitere einheimische Rindermäster das Handtuch werfen und sich nach anderen Einkommensquellen umsehen.

 

Lambert Grosse

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